Legehennen sind für die Herkunft unserer Frühstückseier verantwortlich und die Tierbetreuung hat für die Mitgliedsbetriebe des mein-ei.nrw e. V. den höchsten Stellenwert. In den vergangenen Tagen waren alle Legehennenhalterinnen und -halter allerdings besonders gefordert. Denn ebenso wie wir Menschen mussten auch die Hühner in den vergangenen Tagen unter der extremen Hitze leiden. Bereits bevor sie beginnen, zu hecheln und die Flügel abzuspreizen, müssen die Betriebe spezifische Maßnahmen für Tierwohl und Tiergesundheit einleiten.
Die „Wohlfühltemperatur“ – im fachdeutsch auch „thermoneutrale Zone“ – für Legehennen liegt etwa zwischen 16 und 21 Grad Celsius. Bereits ab einer Außentemperatur von etwa 27 Grad kann die Wärmebelastung der Luft bei den Tieren zu Hitzestress führen. Egal ob im Stall oder im Freiland, das Monitoring der Hühner muss in den Hitzeperioden angepasst werden, um diese nicht zusätzlichem Stress auszusetzen – sie wollen „in Ruhe gelassen werden“.
In den Ställen werden u. a. Benebelungskühlung und effiziente Belüftungssysteme eingesetzt. Es wird besonders darauf geachtet, dass immer frisches und möglichst kühles Tränkwasser bereitsteht. Darüber wird zudem oftmals noch Vitamin C zugegeben. Für eine gute Futteraufnahme werden das Futter und die Fütterungszeiträume ggf. angepasst. Erforderliche Impfungen werden auf kühlere Zeiten vor und nach der Hitzeperiode gelegt. Den Freilandbereich nutzen die Legehennen trotz der Hitze in den Ställen nur, wenn große, schattenspendende Bepflanzungen oder luftige Unterstände vorhanden sind.
Es wundert nicht, dass die hohen Temperaturen auch Auswirkungen auf die Zahl der gelegten Eier und deren Gewicht haben. Einzelne mein-ei.nrw-Mitglieder sprechen von einer um ca. 5 bis 8 Prozent geringeren Eierzahl und einem um durchschnittlich 1 bis 3 Gramm geringeren Eigewicht.
Eine große Herausforderung stellt in diesen Zeiten auch der Herdenwechsel dar. Dieser wird häufig in die frühen Morgenstunden verschoben und (auch mobile) Belüftungsgeräte eingesetzt, um Stress und zu hohe Temperaturen zu vermeiden. Der logistische Aufwand für die Koordination von Transport und Personal und die Abstimmung mit den Betrieben ist enorm.
Mittlerweile sind die Legehennenhalterinnen und -halter allerdings für die Folgen solch extremer klimatischer Bedingungen sensibilisiert. Waren sie von den damit verbundenen Herausforderungen noch vor 10 Jahren eher überrascht und unvorbereitet, stehen Ihnen heute umfängliches Wissen und ein vielfältiger Maßnahmenkatalog zur Verfügung, um ihre Tiere gut durch die heiße Zeit zu bringen.
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Foto: © Jörg Meyer | jumpr.com
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