Foto: Eier werden in der Sortieranlage überprüft (© Yavuz Arslan)

Arbeit für das Ei – mein-ei.nrw zeigt Bild einer vielfältigen Jobwelt

Ohne Hühner keine Eier, das ist nach wie vor unstrittig – die Zahl von gut 51 Millionen Legehennen in Deutschland illustriert, welche Rolle das Huhn in der Eier-Erzeugung spielt. Andererseits wird häufig vergessen, dass es auch vielfältiger menschlicher Talente und Fertigkeiten bedarf, bis VerbraucherInnen dieses begehrte Lebensmittel genießen können.
mein-ei.nrw hat jetzt in einer Mitgliederbefragung den menschlichen Faktor in der Eier-Erzeugung untersucht. Allein dieser kleine Ausschnitt zeigt, dass die Eier-Branche ein vielfältiges Anforderungsprofil an den Arbeitsmarkt hat und auch junge Menschen hier ein überaus interessantes Jobspektrum für den Berufseinstieg vorfinden.

Elf Mitgliedsbetriebe haben sich an der Umfrage beteiligt und u. a. Fragen nach Beschäftigtenzahlen, vertretenen Berufsfeldern und Ausbildungsplätzen beantwortet. Insgesamt sind in den Betrieben 641 festangestellte MitarbeiterInnen sowie bis zu 84 Saisonkräfte beschäftigt.
Bei den vertretenen Berufsfeldern waren Landwirt, Farmmanagement und -betreuung sowie Tierwirt oder Tierhaltung und -management in den Betrieben mit eigenen Tierbeständen erwartbar. Der Stallbereich bietet zudem auch Beschäftigungsmöglichkeiten für ungelerntes Personal.
Ebensowenig überraschten kaufmännische Berufe in Buchhaltung, Disposition oder Innendienst bzw. in Distribution, Einkauf, Verkauf und Vertrieb, aber auch im Marketing. Die Beschäftigtenzahl in größeren Betrieben erfordert nachvollziehbar auch MitarbeiterInnen im Personalmanagement.
Die meisten Eier-Packstellen sind heute hochtechnisiert und benötigen Personal an Sortier- und Verpackungsmaschinen sowie (Betriebs-)Techniker und Betriebsleiter. In den Färbe- und Schälbetrieben kommen Mitarbeitende für die Produktion hinzu. Fachkräfte im IT-Bereich und Qualitätsmanagement sind nahezu selbstverständlich.
Jährlich werden in den befragten Betrieben hunderte von Millionen Eiern bewegt. Angesichts dieser Dimensionen sind zahlreiche Mitarbeitende und Fachkräfte in den Bereichen Lager und Logistik unverzichtbar. Alle Betriebe setzen außerdem FahrerInnen und andere Kräfte im Fuhrpark ein, um die Eier möglichst frisch und sicher zu den Verkaufspunkten zu transportieren.

Diese vielfältigen Berufsbilder spiegeln sich auch in den Betrieben wider, die Ausbildungsplätze anbieten. Neben kaufmännischen Ausbildungen finden sich Berufschancen in den Bereichen Fuhrpark (Fahrer), Lager und Lagerlogistik, Maschinen- und Anlagenführer und Tierwirt. Für einige Betriebe, die bislang noch nicht ausbilden, kommt in den nächsten Jahren die Schaffung von Ausbildungsplätzen in Betracht.

Die Nachwuchsförderung – auch außerhalb der eigenen Familien – muss daher für die Mitgliedsbetriebe eine größere Rolle spielen. Immerhin meldete die Hälfte der Betriebe mehrfache Personalengpässe bzw. -probleme in den letzten 24 Monaten. So fehlten insbesondere Fahrer, Lager- und Logistikpersonal, Packstellenmitarbeitende sowie Kräfte für Produktion, Qualitäts- und Tiermanagement. Nicht immer konnten freie Stellen schnell und dauerhaft neu besetzt werden. Dies, obwohl neben den eigenen Kommunikationskanälen in Web und Social Media auch klassische Anzeigen, Anfragen an die Arbeitsagenturen, landwirtschaftliche Netzwerke, Zeitarbeitsfirmen und Jobportale sowie externe Dienstleister eingesetzt wurden.

Hereinschnuppern in die Arbeitswelt rund ums Ei lohnt sich also, zumal alle befragten Betriebe über Praktikumsplätze einen leichten ersten Zugang anbieten. Womöglich ist die Eier-Branche auch deshalb interessant, weil viele Berufsfelder perspektivisch nicht so durch den Einzug von künstlicher Intelligenz betroffen sein werden, wie in anderen Branchen.

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Foto: © Yavuz Arslan