Foto: leere Eier-Palette aus Karton (© kaigraphick – pixabay.com)

Aktuelle Salmonelleninfektionen in Belgien – wie beugt die Eier-Branche in NRW vor?

Eier und eihaltige Lebensmittel sind für viele Menschen fester Bestandteil der täglichen Ernährung und ihr maßvoller Genuss gilt für gesunde Menschen nach wissenschaftlichem Stand als unbedenklich.

In den vergangenen Tagen kursierten allerdings Presseberichte über Salmonelleninfektionen in Belgien. Daher hält mein-ei.nrw es für angebracht, grundsätzlich auf ein Thema einzugehen, das im Zusammenhang mit der Lebensmittelssicherheit beim Hühnerei eine besonders wichtige Rolle spielt.

 

Der aktuelle Fall

Auch wenn die Suche nach der Infektionsquelle noch nicht abgeschlossen scheint, steht der jüngste Ausbruch der sogenannten „Salmonellose“ den Berichten zufolge in Zusammenhang mit Hühnereiern, die von einem belgischen Erzeuger stammen.

Dies führte zu vorsorglichen Produktrückrufen in Belgien und Luxemburg. Zudem wurden über das europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittelsicherheit auch die verantwortlichen Behörden in den Niederlanden, Frankreich, Italien und Portugal informiert, da in diese Länder womöglich Eier aus der betroffenen Produktion eingeführt wurden.

Nach den derzeit verfügbaren Informationen ist Deutschland aktuell nicht von diesen Fällen betroffen. Aber auch in Deutschland kam es in der Vergangenheit zu größeren Salmonellengeschehen, die von Hühnereiern oder Eiprodukten ausgingen.

 

Salmonellen und Eier

Weltweit zählen Salmonellen zu den bedeutendsten bakteriellen Erregern für durch Lebensmittel bedingte Erkrankungen. Eier und Produkte, in denen Eier verarbeitet wurden, stehen daher dauerhaft unter besonderer Beobachtung der für Lebensmittelsicherheit zuständigen Behörden. Ein Restrisiko für eine Kontaminierung besteht trotz anerkannter und auch vorgeschriebener Präventionsmaßnahmen sowie moderner Hygienestandards weiterhin.

Eine Salmonellen-Infektion ist auf zwei Wegen möglich: so können Bakterien bereits bei der Eibildung im Huhn in das Innere des Eis gelangen oder durch Verunreinigungen der Eierschale unter ungünstigen Bedingungen durch die Poren der Schale ins Ei-Innere eindringen.

Salmonellen und der Mensch
Für den Menschen können Salmonelleninfektionen eine gesundheitliche Gefahr darstellen. Insbesondere bei Personen mit Immunschwäche, bei Älteren und Kleinkindern kann eine Infektion zu schwerwiegenden Verläufen mit ernsthaften, teilweise auch langfristigen gesundheitlichen Problemen führen. Typische Symptome für eine Salmonelleninfektion sind Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie Fieber.

Salmonelleninfektionen beim Menschen sind gemäß Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.

 

Hygiene zuhause

Die Übertragung von Salmonellen erfolgt hauptsächlich beim Verzehr von unzureichend erhitzten, kontaminierten Lebensmitteln tierischen Ursprungs. Daher sollte das Thema Lebensmittelhygiene auch in Privathaushalten Beachtung finden.

Da sich Salmonellen in einem breiten Temperaturbereich vermehren können, ist ausreichende Erhitzung von Eiern und Speisen, in denen rohe Eier verarbeitet werden, das wirksamste Mittel, um die Bakterien zuverlässig abzutöten.

Bei der Zubereitung von Eiern und Rezepturen mit rohen Eiern ist eine Kerntemperatur von mindestens 72 Grad Celsius für mindestens zwei Minuten für eine wirksame Abtötung der Bakterien erforderlich.

 

Maßnahmen in den Legehennenbetrieben

Ab einem Bestand von 350 Legehennen sind die Aufzucht- und Haltungsbetriebe zur Einhaltung der Regelungen der Geflügelsalmonellen-Verordnung verpflichtet.

Zu den wichtigsten Präventionsmaßnahmen in den Legehennenbetrieben zählen Impfungen der Legehennen. Hier besteht für Hühneraufzuchtbetriebe eine gesetzliche Impfpflicht gegen Salmonella Enteritidis. Eine Nachimpfung wird in den haltenden Betrieben bei Legehennen vorgenommen, bei denen eine Legepause durchgeführt wird.

Außerdem ist der Punkt Hygiene in allen betrieblichen Bereichen ein essentieller Punkt, schließlich zählt der Mensch selbst zu den Hauptüberträgern.

Auch die Prophylaxe bzgl. anderer lebender Überträger von Salmonellen wie z. B. Schadnagern oder Insekten etc. ist ein wichtiger Faktor. Und nicht zuletzt gehört auch die Kontrolle des Legehennenfutters auf die Checkliste der Salmonellen-Prophylaxe.

 

Kontrollen und Meldepflicht

Das Kontrollsystem sieht vor, dass im Rahmen der tierärztlichen Überwachung regelmäßig Proben für die Untersuchung auf Salmonellen gezogen werden.

Die zuständigen Veterinärbehörden verlangen entsprechende Nachweise und führen zudem eigene Beprobungen durch.

Im Falle von Salmonellen-Nachweisen besteht eine gesetzliche Mitteilungspflicht.

 

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Foto: © kaigraphick – pixabay.com